Veränderung ist eine Konstante in unserem Leben – die eine Sache auf die wir uns verlassen können ist, dass wenn wir genau genug hinsehen, kein Handgriff und kein Arbeitschritt je ganz dem anderen gleicht. Ob wir die Veränderung auch als solche wahrnehmen, hängt dann davon ab, wie groß die Abweichung ist und wie sehr sie uns im positiven oder negativen Sinn berührt (ob eine nicht wahrgenommene Veränderung, dann überhaupt noch als solche gilt, kann eine durchaus spannende Frage sein, die hier aber zu weit führen würde). Diese wahrgenommenen Veränderungen aktiv zu gestalten, zählt zu den größten Herausforderungen im betrieblichen Umfeld.
Veränderung erfahren und auslösen
Wandel geschieht um uns herum ständig – das Softwareupdate am Handy von letzter Nacht, die aufblühenden Blumen im Garten der Nachbarin oder der Weg zur Arbeit, der jeden Tag gleich und im Detail doch ganz anders ist. Veränderung passiert uns aber nicht nur, wir lösen sie auch aus: indem wir Dinge anders machen als vorher, Themen neu kommunizieren oder auch Schritte weglassen. Wenn wir das absichtlich machen, dann lösen wir damit bewusst eine Veränderung aus – nicht nur bei uns, sondern auch bei allen anderen mit denen wir zusammenarbeiten und interagieren. Die wahrgenommene Änderung bittet unser Gegenüber sozusagen um eine Reaktion.
Die Kollegin, die jeden Tag freundlich grüßt und das plötzlich nicht mehr tut, wird die Kolleg:innen zur Nachfrage herausfordern, was denn los ist.
Die andere Konstante neben Veränderung ist damit, dass wir uns gegenseitig beeinflussen: auf Veränderungen unserer Mitmenschen reagieren und diese auslösen. Was wir dabei in unserem Umfeld anstoßen, ist oft komplex und im täglichen Leben selten bewusst geplant.
Die Kollegin, die heute plötzlich nicht grüßt ist vielleicht traurig und mit sich selbst beschäftigt, sodass sie gar nicht an die Kolleg:innen und den morgendlichen Gruß gedacht hat. Möglicherweise freut sie sich über die Anteilnahme, die sie damit ausgelöst hat – vielleicht möchte sie mit ihren Gedanken aber auch lieber alleine sein.
Veränderung aktiv gestalten
Wenn wir in der Unternehmensorganisation strukturelle Veränderungen vornehmen wollen, dann ist eine bewusste Planung dieser Veränderungsmaßnahmen allerdings unerlässlich. Wir dürfen uns nicht auf den Zufall verlassen, was ausgelöst werden und wie die Mitarbeiter:innen es wahrnehmen könnten. Sonst können kleine Unzufriedenheiten und/oder ein falsches Bild der Veränderung schnell eine Eigendynamik bekommen, die auch die positivste Veränderung zunichte macht.
Dafür braucht es robuste Pläne & klare Kommunikation – von Anfang an. Diese Pläne müssen im betrieblichen Handeln einfache Handlungsanweisungen geben können, bei ihrer Erstellung muss allerdings der Komplexität der menschlichen Interaktion Rechnung getragen werden: das Erfahren und Auslösen von Veränderung sollte sich in den Überlegungen und gewählten Maßnahmen widerspiegeln.
Denn Veränderung sind wir alle, Veränderung bist du jeden Tag!